Englisch oder Deutsch für die Webseite?
So erkennt Ihre Website, welche Sprache der Besucher bevorzugt. Damit lassen sich nicht nur schicke Browser-Statistiken erstellen, auch der Browser-Typ lässt sich relativ zuverlässig ermitteln, so können etwa Browser-spezifische Inhalte ausgeliefert werden.
Doch der Browser gibt noch weitere Informationen zu seinem System. Ruft der Nutzer eine Website auf, sendet der Browser eine HTTP-Anfrage. Diese hat zwei Bestandteile: einen Kopf- und einen Inhaltsteil. Im Kopfteil kommen diverse Informationen rund um die Anfrage vor, während der Inhaltsteil beispielsweise für Formulardaten vorgesehen ist. Bei der HTTP-Antwort sieht das schon anders aus: Auch hier teilen sich die Daten in Kopf und Inhalt auf. Doch Letzterer gewinnt an Bedeutung; bei HTML-Dokumenten steht dort der gesamte Inhalt, der dann auch im Webbrowser angezeigt wird. Die Header dagegen sind üblicherweise nicht sichtbar und werden vom Browser nur intern verwendet (zum Beispiel, um zwischen HTML-Seiten und PDF-Dokumenten zu unterscheiden). Mit Tools wie der Mozilla-Erweiterung “LiveHTTP headers” lassen sich solche Informationen aber sichtbar machen.
Das erste Wort in einer HTTP-Anforderung bezeichnet die HTTP-Methode, die verwendet wird; Webbrowser unterstützen üblicherweise GET und POST, die in dieser Reihenfolge am häufigsten verwendet werden. Danach folgt die URL, jedoch ohne Domain-Namen; dieser steht im HTTP-Header-Eintrag Host.
Die restlichen Informationen sind für den Webserver weniger interessant, für den Entwickler aber umso mehr. Neben der Browser-Identifizierung enthält Accept eine Liste aller Datentypen, die der Browser unterstützt. Dabei ist noch eine Gewichtung angegeben. Hier ein Beispiel:
Accept:
text/xml,application/xml,
application/xhtml+xml,text/html;
q=0.9,text/plain;q=0.8,image/png,*
/*;q=0.5
XML, XHTML und HTML werden also bevorzugt; purer Text wird auch unterstützt, aber nicht ganz so gerne. Am Ende der Liste kommen PNG-Grafiken sowie */* – also alle anderen Datentypen. Diese Informationen können vom Server ausgewertet werden. Gibt es somit eine Text- und ein HTML-Version einer Website, so wird die Textversion ausgeliefert. Ein Screenreader beispielsweise könnte Text bevorzugen.
Der Eintrag Accept-Language enthält ebenfalls eine gewichtete Liste mit den vom System bevorzugten Sprachen.
Accept-Language:
de-de,de;q=0.8,en-us,en;q=0.3
Der Browser bevorzugt also Deutsch, sonst begnügt er sich mit Englisch. Diese Angaben werden von vielen Websites ausgewertet, zum Beispiel von Google: Der Aufruf der Adresse http://www.google.com/ in einem Webbrowser, der Deutsch bevorzugt, lädt in der Regel http://www.google.de/ – Google erkennt die Browser-Sprache und leitet automatisch um. Standardmäßig gibt ein Browser seiner eigenen Sprache den Vorzug (also Deutsch bei einer deutschen Browser-Version), doch das lässt sich umkonfigurieren. Auch aus diesen Informationen lässt sich eine interessante Statistik gewinnen (unter Umständen kombiniert mit einer Analyse der IP-Adresse); sie können dabei aber zusätzlich die Usability verbessern, indem sprachspezifische Inhalte automatisch ausgeliefert werden.
Ebenfalls einen Blick wert: Das Feld Referer. Dort steht die URL, von der aus der Besucher auf die aktuelle Seite gekommen ist. Stehen die Referer-Daten zur Verfügung, lassen sich die Klickpfade durch eine Website genau analysieren. Es lohnt sich also, die HTTP-Header der Kunden zu untersuchen, sowohl für den Techie als auch für den Marketeer.
Christian Wenz
Posted: January 25th, 2008 under Webmaster.
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