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Sportwetten im Internet boomen

Selbst Wettskandale wie der “Fall Hoyzer”, der die Manipulation von Profi-Fußballspielen offen legte, oder ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Wettspielmonopol des Staates können die Stimmung nicht trüben: Der Markt der Anbieter von Online-Wetten in Deutschland boomt. Beinahe die Hälfte (46 Prozent) aller Geldtransaktionen, die durch das Internet zustande kommen, gingen im vergangenen Kalenderjahr auf Online-Spiele und -Wetten zurück. Das sind 14 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor, während der Handel innerhalb eines Jahres 16 Prozent verloren hat und laut Pago-Studie nur noch 38 Prozent der Transaktionen ausmacht. Allein im Internet setzte die Glücksspielbranche im Jahr 2005 in Deutschland 3,3 Milliarden Euro um. Das entspricht einem Plus von 35 Prozent im Vergleich zu 2004, und ein Ende des Trends ist nicht abzusehen. “Wir gehen von einem durchschnittlich geglätteten jährlichen Zuwachs (CAGR) von 20 bis 30 Prozent bis zum Jahr 2010 bei Online-Wetten in Deutschland aus”, sagt Michael Schmid, Analyst bei Goldmedia und Autor der Studie “Online Betting & Gambling 2010″.

Rund ein Drittel der Umsätze erzielen die Anbieter inzwischen mit Sportwetten, die übrigen Umsätze verteilen sich vorrangig auf Lotterien und Casinospiele. Der mit Abstand größte Anteil der durch Sportwetten erzielten Umsätze geht auf die Lieblingssportart der Deutschen zurück. “80 Prozent der Sportwetten werden durch Fußball abgedeckt”, sagt Schmid. Von der Wettleidenschaft der Deutschen profitieren allerdings nur die privaten Anbieter, während der Deutsche Lotto- und Toto-Block (DLTB), den die Glücksspielgesellschaften der 16 Bundesländer bilden, im vergangenen Jahr Einbußen hinnehmen musste. Die staatliche Sportwette Oddset, die von der Lotterieverwaltung Bayern koordiniert wird, erwirtschaftete im Jahr 2005 nur noch 432 Millionen Euro. Im Vergleich zum Spitzenjahr 2002 entspricht das einem Minus von nahezu 100 Millionen Euro.

Stefan Hofer