Wandernde Inseln, schwindende Moore
Das neugewonnene Küstenland ist heute Teil der Marsch, die etwa in Höhe des Meeresspiegels, stellenweise sogar darunter liegt. Zwischen diesem fruchtbaren Schwemmland am Küstensaum und der vorgelagerten Inselkette erstreckt sich das seichte Wattenmeer, dessen Schlick- und Sandboden vielfältiges Kleingetier enthält, das wiederum zahlreichen Vogelarten als Nahrung dient. Die Ostfriesischen Inseln vor der Wattenküste sind erdgeschichtlich sehr junge, durch Wind und Gezeiten aufgebaute Düneninseln, die ständig ihre Form änderten, von West nach Ost wanderten und noch immer gen Osten wachsen. Besonders gut kann man ihre stete Wandlung und Neubildung heute noch auf der Insel Spiekeroog studieren. Große Bereiche der Inseln und des Wattenmeers sind Bestandteil des 1986 geschaffenen Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, durch den diese ökologisch einmalige Landschaft endlich unter stärkeren Schutz gestellt wurde.
An den etwa 10 km breiten Marschengürtel des Festlandes grenzt die sehr flache Geest, die meist nur 3-10 m und selten 20 m Ü. M. liegt. Ostfrieslands Altmoränen-Landschaft, die in der Saale-Eiszeit entstand, wurde im Laufe der Jahrtausende durch Solifluktion und Abspülung eingeebnet; nur selten hebt sie sich so deutlich von der Umgebung ab wie beim Badeort Dangast, der auf dem etwa 10 m hohen Kliff des Geestrandes liegt. Weite Flächen der Geest waren im Mittelalter noch von mächtigen Hochmooren bedeckt, an den Rändern befanden sich zahlreiche Niedermoore. Seit der Gründung von Großefehn im Jahr 1633, der ältesten Fehnsiedlung Ostfrieslands, wurden diese Feucht im Wattenmeer: die prachtvollen Austernischer.
ah
Posted: May 2nd, 2008 under Urlaub.
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